Wann haben Sie zuletzt gegessen, ohne nebenbei aufs Handy zu schauen, zu lesen oder fernzusehen? Für viele Menschen ist das selten geworden. Genau hier setzt Achtsamkeit an.
Achtsamkeit heißt: Sie richten Ihre Aufmerksamkeit absichtlich auf den gegenwärtigen Moment – und bewerten nicht, was Sie wahrnehmen. Das Konzept wird seit Langem in der Stressbewältigung genutzt. Beim Essen hilft es, wieder auf die eigenen Signale zu hören.
Was Achtsamkeit mit Abnehmen zu tun hat
Abnehmen ist ein bewusster Prozess. Wer seine Ernährung umstellt und mehr frische Lebensmittel isst, bemerkt Veränderungen – äußerlich, aber auch im Körpergefühl. Es lohnt sich, unterwegs öfter innezuhalten und hinzuspüren.
Ein einfaches Werkzeug dafür ist ein Ernährungstagebuch. Notieren Sie nicht nur, was Sie gegessen haben, sondern auch, was Sie dabei getan haben und wie Sie sich danach fühlten. Diese Fragen stellt man sich selten. Gerade deshalb sind sie aufschlussreich.
Sechs Schritte zum achtsamen Essen
- Nehmen Sie sich Zeit. Essen Sie am Tisch, nicht im Gehen oder vor dem Bildschirm.
- Essen Sie langsam. Legen Sie Messer und Gabel zwischendurch ab.
- Kauen Sie gründlich. Jeder Bissen darf seine Zeit haben.
- Schmecken Sie bewusst. Wonach schmeckt dieser Bissen? Welche Aromen erkennen Sie?
- Achten Sie auf das Sattsein. Spüren Sie es, genießen Sie es – und beenden Sie die Mahlzeit, auch wenn noch etwas auf dem Teller liegt.
- Notieren Sie, wie es Ihnen danach geht. Sehr voll? Angenehm satt? Entspannt?
Wer sich ganz der Mahlzeit widmet, nimmt den eigenen Körper wieder deutlicher wahr. Viele Menschen erleben, dass sie dadurch früher merken, wann sie genug haben.
Eine kleine Übung: drei Stücke Apfel
Sie brauchen drei kleine Apfelstücke mit Schale und einen ruhigen Ort. Stellen Sie das Handy auf lautlos und schließen Sie die Tür. Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl oder ein Kissen.
Erkunden Sie die Apfelstücke nun nacheinander mit allen Sinnen:
- Tasten: Wie fühlen sie sich an? Welche Worte fallen Ihnen ein?
- Hören: Welches Geräusch entsteht, wenn Sie sie in der Hand bewegen?
- Riechen: Süß, säuerlich, fruchtig?
- Sehen: Welche Farben, welche Struktur?
- Schmecken: Wie verändert sich der Geschmack beim Kauen?
Nehmen Sie sich für jeden Schritt Zeit und bleiben Sie mit den Gedanken bei den Apfelstücken. Bewerten Sie nicht: Es geht nicht darum, ob der Apfel gut riecht, sondern wie er riecht.
Natürlich müssen Sie nicht jede Mahlzeit so genau untersuchen. Die Übung zeigt, wie viel in einem einfachen Lebensmittel steckt, wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt.
Achtsamkeit im Alltag
Achtsamkeit muss nicht beim Essen aufhören. Einige Anregungen:
- Atmen: Nehmen Sie sich täglich ein paar Minuten, um bewusst und tief zu atmen. Spüren Sie, wie Ihr Körper ruhiger wird.
- Bewegen: Ob Yoga, Spaziergang oder leichte Gymnastik – nehmen Sie jede Bewegung bewusst wahr.
- Gehen: Gehen Sie ein Stück langsam und spüren Sie, wie Ihre Füße den Boden berühren.
- Zuhören: Hören Sie im Gespräch aktiv zu und achten Sie auf Worte und Gefühle Ihres Gegenübers.
- Schreiben: Halten Sie abends in wenigen Sätzen fest, was Sie gedacht und gefühlt haben.
Fangen Sie klein an. Eine achtsame Mahlzeit am Tag ist ein guter Anfang.
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